Akquise

Aufträge für Dachdecker: Welche Wege wirklich funktionieren

Empfehlung, Wartung, lokale Sichtbarkeit, Kooperationen, Sturmschäden, Ausschreibungen, Portale: sieben Wege zu neuen Aufträgen – nüchtern eingeordnet, mit dem, was jeweils dagegen spricht.

Warum die Auftragslage schwankt – und was man dagegen tun kann

Kaum ein Dachdeckerbetrieb hat ein gleichmäßiges Auftragsbuch. Auf Wochen, in denen drei Kolonnen parallel laufen und Anfragen abgesagt werden müssen, folgen Phasen, in denen das Telefon still bleibt. Das Problem daran ist selten der Jahresdurchschnitt – es sind die Lücken, die weh tun: Löhne laufen weiter, das Material ist bestellt, und der Betrieb nimmt in solchen Phasen Aufträge an, die er sonst dankend abgelehnt hätte.

Wer die Schwankung dämpfen will, braucht nicht den einen perfekten Kanal, sondern eine Mischung aus mehreren. Denn jeder Weg zu neuen Aufträgen hat eine andere Vorlaufzeit, andere Kosten und eine andere Art von Kunden. Die folgenden sieben Wege decken ab, was für Dachdeckerbetriebe in der Praxis funktioniert – mit dem, was jeweils dagegen spricht.

Sieben Wege zu neuen Aufträgen im Überblick

1. Empfehlungen und Bestandskunden

Der mit Abstand günstigste Kanal – und der am häufigsten vernachlässigte. Wer vor drei Jahren ein Dach neu eingedeckt hat, braucht irgendwann eine Wartung, eine Dachrinne, ein Dachfenster oder eine Photovoltaik-Vorbereitung. Trotzdem melden sich die wenigsten Betriebe aktiv zurück. Eine gepflegte Kundendatei mit Objektart, Ausführungsjahr und Leistung ist die Grundlage: Sie erlaubt es, gezielt anzuschreiben, statt breit zu werben. Dagegen spricht: Der Kanal wächst langsam und funktioniert erst, wenn genug Historie da ist.

2. Wartungsverträge und Dachchecks

Regelmäßige Dachinspektionen bei Gewerbeobjekten, Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften erzeugen planbare Grundlast und führen fast automatisch zu Folgeaufträgen – denn wer aufs Dach steigt, findet Reparaturbedarf. Dagegen spricht: Der Aufbau kostet Akquiseaufwand, und die Einzelaufträge sind klein. Als Fundament für die auftragsschwache Zeit ist der Kanal trotzdem schwer zu schlagen; mehr dazu auf unserer Seite zur Auslastung im Dachdeckerbetrieb.

3. Lokale Sichtbarkeit: Google-Unternehmensprofil und Website

Wenn ein Hauseigentümer nach „Dachdecker“ plus Ortsname sucht, entscheidet ein gepflegtes Unternehmensprofil mit vollständigen Öffnungszeiten, echten Fotos abgeschlossener Projekte und beantworteten Bewertungen darüber, wer angerufen wird. Die eigene Website sollte mindestens Leistungen, Einzugsgebiet, Ansprechpartner und eine Telefonnummer oberhalb der Falz zeigen. Dagegen spricht: Der Aufbau dauert Monate, und in umkämpften Städten reicht ein Profil allein nicht.

4. Kooperationen mit angrenzenden Gewerken

Zimmerer, Solarteure, Gerüstbauer, Energieberater, Schornsteinfeger, Architekten und Hausverwaltungen sind ständig an Objekten, an denen auch das Dach Thema ist. Eine funktionierende Zusammenarbeit mit zwei, drei verlässlichen Betrieben in der Region bringt oft mehr als jede Werbekampagne – vorausgesetzt, sie ist gegenseitig. Dagegen spricht: Es dauert, bis Vertrauen da ist, und die Anfragen kommen unregelmäßig.

5. Sturmschäden und Versicherungsfälle

Nach jedem größeren Unwetter steigt die Nachfrage sprunghaft. Betriebe, die für diese Fälle vorbereitet sind – erreichbare Rufnummer, kurzfristige Notabdichtung, saubere Foto- und Schadensdokumentation für den Versicherer – bleiben Kunden im Gedächtnis und bekommen später die komplette Sanierung. Dagegen spricht: Der Kanal ist nicht planbar und bindet kurzfristig Kapazität.

6. Ausschreibungen und öffentliche Aufträge

Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften und Kirchengemeinden vergeben Dacharbeiten über Ausschreibungen. Die Volumina sind größer und die Zahlungsmoral gut. Dagegen spricht: Der Aufwand für Angebotserstellung und Nachweise ist erheblich, die Preiskonkurrenz hart, und ohne Erfahrung mit dem Verfahren geht viel Zeit verloren.

7. Anfragen über Portale und Partnernetzwerke

Portale bündeln Hauseigentümer, die aktiv nach einem Fachbetrieb suchen, und geben die Anfragen an Betriebe weiter. Der Vorteil: Die Anfrage ist da, ohne dass der Betrieb selbst Reichweite aufbauen musste. Der Nachteil hängt stark vom Anbieter ab – ob eine Anfrage exklusiv oder mehrfach vergeben wird, macht den Unterschied zwischen einem Gespräch und einem Preiskampf. Worauf man bei der Auswahl achten sollte, haben wir unter Leads für Handwerker zusammengefasst.

Was in der Praxis oft unterschätzt wird

Reaktionszeit schlägt Werbebudget. Wer eine Anfrage am selben Tag beantwortet, gewinnt sie häufig allein deshalb, weil die Mitbewerber erst nach drei Tagen zurückrufen. Für Betriebe ohne Büro heißt das nicht zwingend, ständig ans Telefon zu gehen – aber es heißt, dass Anfragen einen festen Platz im Tagesablauf brauchen. Wie man eingehende Anfragen strukturiert bearbeitet und dabei schnell erkennt, welche sich lohnen, beschreibt unsere Seite zu Kundenanfragen im Dachdeckerbetrieb.

Nicht jeder Auftrag ist ein guter Auftrag. Der Kanal bestimmt die Kundenart: Empfehlungen bringen Vertrauen mit, Ausschreibungen bringen Preisdruck, Portalanfragen liegen dazwischen. Ein Betrieb, der nur über den Preis gewinnt, arbeitet sich durch volle Auftragsbücher zu dünnen Margen.

Ein Kanal allein reicht nicht. Wer ausschließlich von Empfehlungen lebt, steht bei einem Generationswechsel im Kundenstamm plötzlich ohne da. Wer nur über Portale arbeitet, ist von deren Preispolitik abhängig. Zwei bis drei tragende Kanäle plus einer im Aufbau sind eine robuste Aufstellung.

Wo dachdeckerpartner.de hineinpasst

Wir sind ein Baustein von Weg 7 – und wir sagen offen, dass wir nicht der einzige sein sollten. Die Anfragen stammen aus unserem eigenen Verbraucherportal dachdeckercheck.de, auf dem Hauseigentümer ihr Dachprojekt beschreiben. Wir prüfen jede Anfrage auf Vollständigkeit und Plausibilität und ordnen sie einem Partnerbetrieb in der Region zu. Zugekaufte Leads von Drittanbietern gibt es bei uns nicht. Wie der Weg von der Anfrage in Ihren Betrieb genau aussieht, steht unter So funktioniert’s.

Dieser Beitrag fasst Praxiserfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben zusammen und ersetzt keine betriebswirtschaftliche oder rechtliche Beratung. Stand: Juli 2026.

Häufige Fragen

Welcher Kanal bringt am schnellsten Aufträge?

Kurzfristig wirken Portalanfragen und Sturmschadenfälle, weil dort bereits ein akuter Bedarf besteht. Empfehlungen, Wartungsverträge und lokale Sichtbarkeit brauchen Monate, tragen dafür langfristig. Wer akut Lücken schließen muss, kombiniert am besten beides.

Lohnt sich Werbung für einen kleinen Dachdeckerbetrieb?

Vor bezahlter Werbung sollten die günstigen Hebel ausgereizt sein: gepflegtes Google-Unternehmensprofil, erreichbares Telefon, schnelle Rückmeldung und eine aktive Ansprache von Bestandskunden. Diese Punkte kosten Zeit statt Geld und wirken bei kleinen Betrieben meist stärker als ein Anzeigenbudget.

Wie viele Kanäle sollte ein Betrieb parallel bedienen?

Zwei bis drei Kanäle, die verlässlich Aufträge bringen, plus einer im Aufbau – das ist eine robuste Aufstellung. Wer sich auf einen einzigen Kanal verlässt, wird von dessen Schwankungen voll getroffen.

Muss ich für Anfragen aus einem Netzwerk etwas zahlen?

Das hängt vom Anbieter ab. Üblich sind Preise pro Anfrage, monatliche Pauschalen oder erfolgsabhängige Modelle. Wichtig ist, vorher zu klären, ob eine Anfrage exklusiv vergeben wird, welche Laufzeit gilt und was passiert, wenn eine Anfrage unbrauchbar ist. Bei uns besprechen wir die Konditionen im Erstgespräch, bevor die erste Anfrage kommt.

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